Lohnt sich eine eigene Reinigungskraft oder ist Outsourcing günstiger? Dieser Vergleich zeigt anhand aktueller Branchendaten die versteckten Kosten der Eigenreinigung und wann professionelle Gebäudereinigung die wirtschaftlichere Wahl ist.
Die Zahlen auf einen Blick
2,64 €
Ø Preis pro m² (Profi)
14,25 €
Tariflohn LG 1 (2025)
10–20 %
Regionale Preisunterschiede
Die Frage „Eigenreinigung oder Fremdvergabe?" stellen sich viele Unternehmen. Viele glauben, Eigenreinigung sei automatisch günstiger – ein weitverbreiteter Irrglaube. In der Praxis sieht die Rechnung oft anders aus, vor allem wenn man alle Kostenfaktoren einbezieht.
Was kostet professionelle Gebäudereinigung 2025?
Die Preise für professionelle Unterhaltsreinigung liegen in Deutschland zwischen 1,65 € und 3,85 € pro Quadratmeter (netto). Der bundesweite Durchschnittspreis beträgt 2,64 €/m². Regionale Unterschiede sind deutlich spürbar.
| Region | Preis pro m² | Abweichung |
|---|---|---|
| München (teuerste) | 2,92 € | +11 % |
| Deutschland Ø | 2,64 € | Basis |
| Leipzig (günstigste) | 2,37 € | −10 % |
In Großstädten wie München, Berlin oder Hamburg liegen die Preise typischerweise 10–20 % über dem Durchschnitt. Ländliche Regionen sind meist günstiger.
Die versteckten Kosten der Eigenreinigung
Bei der Kalkulation der Eigenreinigung werden oft nur die offensichtlichen Lohnkosten betrachtet. Ein vollständiger Vergleich muss jedoch alle Faktoren berücksichtigen.
Personalkosten
Lohn + Sozialabgaben + Urlaub + Krankheit + Fortbildung
Equipment
Staubsauger, Wischgeräte, Maschinen + Wartung + Ersatz
Verbrauchsmaterial
Reinigungsmittel, Tücher, Müllbeutel – ohne Großhandelsrabatte
Verwaltung
Lohnabrechnung, Einsatzplanung, Qualitätskontrolle, Vertretung
Beispielrechnung: 500 m² Bürofläche
Eigenreinigung (Vollkosten)
Lohn 14,25 €/h × 10 h/Woche = 142,50 €
+ 21 % Lohnnebenkosten = 172,43 €
+ Material/Equipment ≈ 50 €
+ Verwaltung (anteilig) ≈ 30 €
= ca. 252 €/Woche
Professionelle Reinigung
500 m² × 2,64 €/m² = 1.320 €/Monat
÷ 4 Wochen
= ca. 330 €/Woche
Aber: Alles inklusive, keine versteckten Kosten
Der scheinbare Preisvorteil der Eigenreinigung schmilzt schnell, wenn man Ausfallzeiten (Urlaub, Krankheit), Einarbeitungskosten bei Personalwechsel und den Koordinationsaufwand einrechnet.
Evidenzbasierte Bewertung der Argumente
Wie belastbar sind die typischen Argumente für Fremdvergabe? Hier eine Einordnung auf Basis betriebswirtschaftlicher Standards und unabhängiger Studien:
Faktisch korrekt
Fremdreinigung ist wirtschaftlicher
Bei eigenem Personal fallen neben dem Bruttolohn ca. 21 % Lohnnebenkosten an, dazu Lohnfortzahlung im Urlaub (28–30 Tage) und bei Krankheit. Externe reinigen durch Routinen und Maschinen oft schneller. Studien (u.a. Rödl & Partner) bestätigen einen Kostenvorteil von 15–20 % zugunsten der Fremdvergabe ab ca. 300 m².
Rechtlich bestätigt
Kein Ausfallrisiko
Juristisch schuldet der Dienstleister einen „Erfolg" (das saubere Gebäude), nicht nur die Anwesenheit. Er trägt das Risiko, Ersatzpersonal zu finden. Das finanzielle Risiko liegt komplett beim Anbieter.
Differenziert betrachten
Bessere Qualität durch Profi-Equipment
Pro: Dienstleister nutzen Hochleistungschemie und Scheuersaugmaschinen (3.000 €+), die sich für ein einzelnes Büro nicht lohnen. Das 4-Farb-System verhindert Keimverschleppung.
Contra: Qualität hängt stark von der Zeit ab. Unter Preisdruck müssen Mitarbeiter oft große Flächen schnell reinigen. Eine eigene Kraft putzt manchmal gründlicher ("Ownership-Gedanke").
Bestätigt
Rechtssicherheit & weniger Verwaltung
Wer selbst reinigt, wird zum Arbeitgeber mit allen Pflichten: Gefährdungsbeurteilung, DGUV-Prüfung der Geräte, Chemikalienlagerung. Beim Outsourcing geht dieses Haftungsrisiko komplett auf den Dienstleister über.
Wichtige Ausnahme
Für Ärzte, Kleinunternehmer oder Vereine, die nicht vorsteuerabzugsberechtigt sind, ist die Fremdreinigung oft teurer. Auf die Dienstleistung fallen 19 % Umsatzsteuer an, die auf eigene Löhne nicht erhoben wird.
Was bei der Entscheidung oft übersehen wird
Für eine objektive Entscheidung sollten Sie zwei Punkte beachten, die in Werbeargumenten selten vorkommen:
Vertrauensverhältnis
Bei Eigenreinigung kennen Sie die Person, die Zugang zu sensiblen Daten und Räumen hat. Bei größeren Dienstleistern herrscht oft hohe Personalfluktuation. Sie wissen nicht immer, wer abends durch Ihre Büros läuft.
Kontrollaufwand
Sie sparen zwar Personalverwaltung, müssen dafür aber das Qualitätsmanagement übernehmen. Wenn schlecht geputzt wird, müssen Sie reklamieren und prüfen. Dieser Aufwand wird oft unterschätzt.
Wann lohnt sich welche Option?
| Kriterium | Eigenreinigung | Professionell |
|---|---|---|
| Fläche unter 250 m² | ✓ Oft günstiger | Mindestauftrag teuer |
| Fläche 250–300 m² | Individuell prüfen | Individuell prüfen |
| Fläche ab 300 m² | Hoher Aufwand | ✓ 15–20 % günstiger |
| Spezialreinigung nötig | Kaum möglich | ✓ Know-how vorhanden |
| Hygieneanforderungen | Schulung nötig | ✓ Zertifizierungen |
| Vertretung bei Ausfall | Problem | ✓ Automatisch geregelt |
Der Outsourcing-Trend in Deutschland
Die Branchenzahlen sprechen eine klare Sprache: Das Gebäudereiniger-Handwerk setzte 2023 in Deutschland rund 26,3 Milliarden Euro um. Mit etwa 657.000 Beschäftigten (1,5 % aller Beschäftigten in Deutschland) ist die Branche einer der größten Arbeitgeber im Handwerk.
Branchenumsatz 2023
26,3 Mrd. €
Deutschland
Beschäftigte
657.000
1,5 % aller Beschäftigten
Unternehmen
23.200
Mit Umsatz > 17.500 €
Der Trend geht klar Richtung Outsourcing: Immer mehr Unternehmen und öffentliche Einrichtungen lagern ihre Reinigung aus. Die Gründe: Professionalität, Wirtschaftlichkeit und Risikominimierung.
Unverbindlich vergleichen lohnt sich
Ob Eigenreinigung oder Fremdvergabe – die richtige Entscheidung hängt von Ihrer individuellen Situation ab. FIMI Gebäudereinigung bietet Ihnen eine kostenfreie Besichtigung und transparente Kalkulation für Ihr Objekt in Bayern. So können Sie fundiert vergleichen – ganz ohne Verpflichtung.
Fazit: Evidenzbasierte Entscheidung treffen
Die Argumente für professionelle Gebäudereinigung sind im Kern faktisch korrekt und entsprechen dem Industriestandard. Allerdings sollte jede Aussage als Werbung verstanden werden – typische Nachteile des Outsourcings (Personalfluktuation, Kommunikationshürden) werden selten erwähnt.
Die Faustformel (basierend auf Rödl-Studie):
- Ab 250–300 m² lohnt sich die Fremdvergabe meist – Effizienzvorteile und Maschinennutzung überwiegen die höheren Stundensätze
- Unter 250 m² kann Eigenreinigung trotz höherem Aufwand die bessere Wahl sein
- Hochsicherheitsbereiche oder sensible Daten: Eigenreinigung bietet mehr Kontrolle über den Personenzugang
Professionelle Reinigungsunternehmen profitieren von Skaleneffekten: Großhandelsrabatte, effiziente Geräte, eingespielte Teams und standardisierte Prozesse. Diese Vorteile geben sie an Kunden weiter – aber nur, wenn die Fläche groß genug ist.
Quellen und weiterführende Informationen
-
Statista – Statistiken zur Gebäudereinigung →
Branchenzahlen, Umsätze und Beschäftigte in Deutschland
-
BIV – Tarifpolitik Gebäudereinigung →
Aktuelle Tariflöhne und Branchenmindestlöhne 2025
-
Innung Gebäudereiniger – Zahlen & Fakten →
Regionale Branchenstatistiken und Marktdaten
Quellen & Weiterführende Informationen
FIMI Team
Redaktion Gebäudereinigung
Dieser Artikel wurde vom FIMI Team erstellt. Wir verfügen über langjährige Erfahrung in der professionellen Gebäudereinigung in Bayern.
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